In der ayurvedischen Medizin werden die Bestandteilen von Kokosnüssen (Milch, Creme, Wasser und Öl) schon seit jeher für viele verschiedene Erkrankungen und Beschwerden benutzt. Die Nutzung vom Kokosnuss wurde in Indien in Sanskrit schon vor 4000 Jahren dokumentiert. In der Antike war Kokosnuss und Kokosöl als eine wirksame Arznei gegen intestinale Würmer aller Arten bekannt.

Jedoch besteht das Öl hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren, die grundsätzlich als ungesund gelten. Sie führen nämlich zu erhöhten Cholesterinwerten, Herzinfarkt oder sogar Schlaganfall. Deswegen wurde vom Kokosöl von den Experten lange abgeraten. Das hat sich aber als ungerechtfertigt gezeigt. Es ist ein echter Allrounder: Es kann in der Küche verwendet werden, als Pflegemittel für die Haut oder zur Desinfektion für Wunden und Verbrenungen. Nach den letzten Studien kann man es sogar auch als Prävention vor Karies nutzen!

…Kokosöl in der Küche

Ds Öl hat ein hohes Gehalt (65 %) an mittelkettigen gesättigten Fettsäuren, die ihm einen Grossteil seiner besonderen Eigenschaften verleihen. Durch die Laurinsäure, die etwa 50 % des Fettgehaltes im Kokosnuss repräsentiert, ist das Öl in der Lage, eine Viezahl von Bakterien, Viren und anderen Keimen zu eliminieren, indem es die Lipid-Schicht ihrer Membran stört. Es wirkt also antimikrobiell, ob innerlich oder äußerlich angewendet. Die mittelkettigen Fettsäuren im Kokosöl sind ohne die Mitarbeit der Gallensäuren leicht verdaulich. Sie gelangen über die Blutbahn direkt in die Leber, wo sie zur Energiegewinnung metabolisiert werden. Im Vergleich zu anderen Fetten werden sie weniger gerne in Fettdepots eingelagert. Sie stabilisieren dadurch das Cholesterin- und Zuckerniveau. Mehrere Studien haben belegt, dass sie sogar beim Abnehmen helfen.

…als Hautpflegemittel

Das Öl vom Kokosnuss eignet sich nicht nur zu einer innerlichen Anwendung. Es hat sich auch als äuserliches Pflegemittel für die Haut bestens bewährt. Es versorgt die Haut mit Vitamin B, Vitamin C, Folsäure und Enzymen und hilft bei der Wiederherstellung der natürlichen Schutzbarriere. Bei beschädigten Oberhaut kann die Applikation von diesem Öl das Eindringen von verschiedenen Erregern hemmen, da Kokosöl antimikrobiell, antiviral, antimykotisch und entzündungshemmend wirkt.

Das Anwendungsspektrum vom Kokosöl ist sehr breit. Ob für trockene Haut nach dem Sonnenbaden oder im Winter, als Lippenpflegestift, für Blasen oder Wunden – es macht einen hervorragenden Job. Kokosöl ist also ein wunderbarer Reisebegleiter.

Außerdem hat eine Studie aus dem Jahr 2017 bewiesen, dass das Kokosöl in der obersten Schicht der Epidermis die Expression von solchen Genen fördert, die für wichtige Proteine kodieren: Filaggrin (FLG), Involucrin (IVL), Aquaporin (AQP-3). Die sind für die Differenzierung der Keratinozyten (Hautzellen) und für eine gute Funktion der Hautabarriere wichtig. Auch deswegen ist die Nutzung vom Kokosöl bei Neurodermitis innerlich sowie äußerlich sehr empfehlenswert.

Wichtig ist beim Kokosöl die Bezeichnung “Virgin” oder „Nativ“, was an die natürliche, kalte Verarbeitung verweißt. Die Öle, die diese Bezeichnung nicht tragen, sind zu einem großen Teil stark industriell verarbeitet und verlieren dadurch ihre wertvollen und natürlichen Inhaltsstoffe.

Ich habe gute Erfahrungen mit dem Guru Kokosöl gemacht. In den meisten Bioläden können Sie aber auch andere gute kalt-gepresste BIO-Kokosöle normalerweise finden.

TIP: Das Kokosöl eignet sich auch zum Braten, Backen und Kochen, es kann hoch erhitzt werden und verliert dabei seine positiven Eigenschaften nicht.